shutterstock_584850334Heute um 20:30 Uhr ist es wieder soweit – die Earth Hour ruft uns alle dazu auf, symbolisch für den Schutz unseres Planeten für eine Stunde unsere Lichter zu löschen und über unseren Energieverbrauch nachzudenken. In den nächsten Tagen werden wir in Print- und Onlinemedien mit Fotoaufnahmen von erloschenen Wahrzeichen wie dem Pariser Eifelturm oder dem Kölner Dom beglückt und danach fällt unser Klimagewissen wieder in den Schlummermodus.

Was bringt die Earth Hour wirklich?

Einen symbolischen Akt für den Klimaschutz. Das daraus resultierende Bewusstsein für Klima und Umwelt ist bei die meisten nur von kurzer Dauer. Bereits nach ein paar Tagen kehrt der Alltag wieder ein und der Fernseher bleibt wieder auf Standby oder das Licht im Badezimmer brennt mehrere Stunden, weil man sich der Auswirkungen kaum bewusst ist. Der Einfluss von Beleuchtung auf unseren Gesamtstrombedarf in Deutschland ist so gering, dass selbst der zu Beginn der Aktion Earth Hour befürchtete Kollaps der Netze höchst unwahrscheinlich ist. Es müssen keine Kraftwerke ab- bzw. angeschaltet werden, um große Schwankungen auszugleichen.

Stromproduktion Maerz 2016

Das Diagramm zeigt den Gesamtstrombedarf vom März 2016 – Am 20. März 2016 war Earth Hour

Wenn man bedenkt, dass große Teile der Straßenbeleuchtung oder wichtige Gebäude wie Krankenhäuser aufgrund der Sicherheit nicht einfach für eine Stunde auf Licht verzichten können, wird deutlich, warum die Earth Hour keinen großen Einfluss auf den Gesamtstrombedarf in der einen Stunde hat.

Der Luxus des Abschaltens

Mit der Aktion Earth Hour zelebrieren wir gleichzeitig auch den Luxus, dass wir überhaupt die Möglichkeit haben, die Entscheidung zu treffen das Licht für eine Stunde auszuschalten. Wohingegen es in anderen Ländern zum Teil noch Probleme mit der grundsätzlichen Versorgung gibt, schalten wir unsere Lichter für eine Stunde aus und genießen romantischen Kerzenschein, um die Umwelt zu retten. Eine bessere Alternative wäre vielleicht der Versuch als Privatperson während dieser Zeit auf alle elektronischen Geräte zu verzichten. Das wiederum würde dann eventuell zu Problemen in unseren Stromnetzen führen. Denn um die Netzspannung von 50 Hertz zu halten, muss genauso viel Strom nachgefragt wie verbraucht werden. Sowohl Über- als auch Unterangebot können zu Spannungsproblemen bis hin zum Blackout führen.

Dauerhaft etwas ändern

So wie wir uns dazu entscheiden können, an der Aktion Earth Hour teilzunehmen, können wir auch aktiv in unseren eigenen vier Wänden unnötige Energie vermeiden und direkt nur grünen Strom beziehen. Nur so kann die Vision der Earth Hour erfüllt werden: Gemeinsam den Klimawandel stoppen.

Auch in der Energiezukunft wollen wir gemeinsam handeln und den Strom von Mensch zu Mensch ohne große Konzerne miteinander teilen. Eine Vision ist also notwendig, um etwas zu verändern. Allerdings müssen auf Aktionen wie Earth Hour Taten folgen, die eine Stunde Dunkelheit überschreiten. So positiv die Zeichen der Earth Hour auch sind, symbolische Handlungen allein ändern nicht genug. Abzuwarten bleibt auch dieses Jahr, ob ein Umdenken in den Köpfen stattfindet. Nur so kann eine Vision zur Realität werden.