Am Wochenende treffen sich die Regierungschefs der 20 größten Volkswirtschaften in Hamburg zum G20-Gipfel. Früher ging es bei den jährlichen Treffen vor allem um ökonomische Themen. Inzwischen ist das Spektrum weitaus breiter: Es geht um Digitalisierung genau so wie um Welthandel und Klimapolitik. Was bedeutet das für die Zukunft der Energieversorgung?Deutschland bleibt Vorreiter bei der Energiewende

Beim G20-Gipfel wird es auch darum gehen, wie die 20 größten Volkswirtschaften die Vereinbarungen einhalten wollen, die sie bei der Klimakonferenz in Paris beschlossen haben. Davon haben sich die USA inzwischen wieder verabschiedet. Merkel möchte an den gesetzten Zielen hingegen weiterhin festhalten. Auf die Energiepolitik in Deutschland hat der G20-Gipfel direkt also keine Auswirkungen. Die Energiewende bleibt beschlossene Sache und Deutschland eines der Vorreiterländer, wenn es um dezentrale und erneuerbare Energien geht.

Die USA wollen Vorreiter bei fossilen Energieträgern werden

Anders sieht es bei globalen Entwicklungen aus. Hier spielen die Gespräche beim Treffen in Hamburg eine gewichtige Rolle. Gerne möchte Merkel Donald Trump umstimmen, der für die USA zuletzt ein neues Zeitalter fossiler Energien ausrief. Die USA sind aber nicht das einzige Teilnehmerland, bei dem die Überzeugung für erneuerbare Energie noch nicht ganz so ausgereift ist wie hierzulande. Auch Saudi-Arabien, das trotz Sonne in Hülle und Fülle von seinen großen Öl- und Gasvorkommen lebt, hat gute Gründe, sich zumindest insgeheim gegen Dekarbonisierung zu stemmen. Bei Russland sieht es ähnlich aus.

US-Technologiekonzerne sind wichtig für die Energiewende

Für uns bedeutet dies vor allem eines: Vom G20-Gipfel hängt ab, wie sehr die Gemeinschaft der größten Volkswirtschaften bei Klimafragen an einem Strang zieht. Interessant ist die Überzeugung der USA, weil viele der grundlegenden Technologien, die für die regionale Energiezukunft entscheidend sind, aus den USA kommen. Man denke nur an das Potenzial, das allein Tesla im Bereich der Solarmodule, Stromspeicher und der E-Mobilität mit seiner schieren Größe entfalten kann. Dabei hat auch Tesla für einige Projekte bereits Subventionen in den USA erhalten, ist von politischen Entscheidungen in seinem Heimatland also ebenso (teil)abhängig wie Solarproduzenten in Deutschland von der energiepolitischen Richtung hierzulande.

Klar müssen wir uns in Europa in Sachen Innovationskraft nicht vor den USA verstecken. Aber allein die Größe von Technologiekonzernen wie Tesla, Apple oder Google ist Grund auf eine Rückkehr der USA zu einer grünen Agenda zu hoffen. Denn diese Konzerne leisten an vielen Stellen einen großen Beitrag zu den Möglichkeiten, die sich für die Zukunft der Energiewende auch in Deutschland ergeben.