Der mit Abstand größte Bedarf an Energie im privaten Bereich entfällt auf die Heizung. Zum Heizen verbrauchen Haushalte im Durchschnitt 118 kWh/m² im Jahr. Das entspricht ziemlich genau 11 Litern Heizöl je Quadratmeter. Dementsprechend hoch ist das Einsparpotenzial, vorausgesetzt, man entscheidet sich für die richtigen Lösungen. Eine davon ist Heizen mit Solar-Energie.

Heizen mit Solar-Energie dank Heizstab

Mit Solarthermie existiert seit Jahren eine bewährte Technologie, um die Energie der Sonne in nutzbare Wärme umzuwandeln. Aber auch mit Solarstrom lässt sich heizen. Hierfür muss der Solarstrom allerdings in thermische Energie umgewandelt werden. Wer bereits eine PV-Anlage und eine Ölheizung mit Pufferspeicher hat, kann dies mit relativ geringen Kosten und wenig Aufwand tun. Das ist der große Vorteil, denn das Prinzip ähnelt dem eines Tauchsieders: Ein PV-Heizstab wird im Wasserspeicher installiert, mit überschüssigem Solarstrom aufgeheizt und überträgt die elektrische Energie der PV-Anlage so auf das gespeicherte Wasser. Dieses kann dann zum Heizen genutzt werden.

Power-to-Heat: Erneuerbare Energie als Warmwasser speichern

Das Prinzip, Solar- oder Windstrom in Heizenergie umzuwandeln, nennt man Power-to-Heat. Es lohnt sich vor allem dann, wenn der selbst produzierte Strom nicht selbst verbraucht werden kann. Eine Heizung mit Solar-Energie ist also nicht nur ein Weg, die Heizkosten zu senken, sondern auch eine gute Maßnahme für die Steigerung des Eigenverbrauchs. Statt überschüssigen PV-Strom ins Netz einzuspeisen, nutzen wir ihn zum Heizen oder speichern ihn in Form von Warmwasser im Pufferspeicher. Denn gerade um die Mittagszeit scheint die Sonne besonders stark. In vielen Haushalten mit Solaranlage entsteht zu dieser Zeit die meiste Energie. Allerdings ist dies auch die Zeit, zu der die meisten Menschen nicht zu Hause sind. Das Speichern von Solarstrom in einer Solarbatterie oder mit einer Photovoltaik-Heizung ist in diesem Fall besonders wichtig – gerade wenn die Einspeisevergütung ausläuft oder eher niedrig ist.

Lohnt es sich mit Solarstrom zu heizen?

Die entscheidende Frage aber ist: Rechnet sich die Umwandlung von Strom in Heizenergie heute und wie sieht es in Zukunft aus? Eine pauschale Antwort hierauf gibt es nicht, denn dies hängt – wie so oft – von verschiedenen Faktoren ab. Derzeit ließe sich gegen eine Power-to-Heat-Lösung einwenden, dass Heizöl sehr günstig ist. Bei einer Abnahme von 3.000 Litern zahlt man aktuell rund 58,- € je 100 l. Das entspricht einem Heizwert von 11 kWh/l. Bei guter Dämmung und mit einer modernen Ölheizung lassen sich damit mühelos 10 m² Wohnfläche im Jahr beheizen. Das muss aber nicht so bleiben. 2012 etwa lag der Preis für 100 Liter Heizöl fast das ganze Jahr über bei über 90,- € und aktuell steigen die Ölpreise wieder. Eine Solaranlage mit PV-Heizstab ist eine gute Absicherung gegen Preisschwankungen beim Heizöl.

 

 

Auch die Einspeisevergütung von Solarstrom kann ein Argument gegen einen PV-Heizstab sein. Ähnlich wie beim Eigenverbrauch von Solarstrom in Form von elektrischer Energie muss der Heizölpreis den potenziellen Einnahmen des eingespeisten Stroms gegenübergestellt werden. Was lohnt sich mehr: Die Einspeisevergütung mitnehmen und dafür wie üblich Heizöl kaufen oder den Strom direkt zum Heizen verwenden? Dies sind die Fragen, die sich PV-Betreibern stellen. Der größte Vorteil aber bleibt: Im Vergleich zu anderen Methoden der Kombination von fossiler Heizung mit erneuerbaren Energien ist der PV-Heizstab sehr günstig und die Installation schnell und einfach. Das heißt, dass mit sehr geringen Investitionen wirksam für steigende Ölpreise und für die Zeit nach der Einspeisevergütung vorgesorgt werden kann.